Concrétion I

Concrétion I ist eine Skulptur, eine Assemblage mit Gips überzogener Kalksteine, aufgehängt an einer Metallstruktur, die ihr als Käfig dient. Zur Erinnerung die Definition des Wortes Konkretion: in der Mineralogie handelt es sich um eine mineralische Masse, die sich durch Niederschläge um ein Materialfragment bildet. Bei dieser Skulptur entstehen die Konkretionen durch das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Dichten von Wasser und Kalkstein. Das Felsgestein entsteht aus sich selbst, eigenständig, im eigenen Rhythmus.

Aus der Sicht Jules Andrieus symbolisieren diese Konkretionen sowohl die Zerstörung der Natur wie auch eine Form des Selbstporträts. Ein Naturmaterial wie das Felsgestein, mit Gips zu überziehen, ist nur ein vergeblicher Versuch, die Natur nachzuahmen, denn die Natur ist allem überlegen und unnachahmlich.
Der Künstler kritisiert auf diese Weise die heutige Gesellschaft, die sich immer mehr dem übermäßigen Konsum hingibt, materielle und oberflächliche Dinge ansammelt, Errungenschaften und Entdeckungen vermehrt und sich so von der dennoch so grundlegenden Natur entfernt.

Jules Andrieu

Geboren 1991, in Frankreich.
Abschluss an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, Deutschland.

Jules Andrieu ist Künstler und Sportler und hat lange gezögert, welchen Weg er einschlagen soll. Mit einem Hauch Ironie schreibt er in einer seiner Studienarbeiten: „ abgesehen in der Kunst, eine Profikarriere in der Leichtathletik? Wozu soll das gut sein? Es ist wie in der Kunst: ich würde wenig verdienen wäre aber noch ungebildeter…!“ Er entscheidet sich für den ersten Weg obwohl der Sport weiterhin eine wichtige Rolle in seinen Arbeiten spielt, in denen sein Körper gleichzeitig Werkzeug, das die Umsetzung seines Werkes ermöglicht und gleichzeitig integraler Bestandteil desselben ist.
Nach drei Jahren an der École Supérieure d’Art d’Aix-en-Provence, wo er 2013 seinen Abschluss (DNEP) macht, absolviert Jules Andrieu ein einjähriges Bachelorstudium in Architektur an der École Nationale Supérieure d’Architecture in Nancy. Danach beginnt er sein Studium an der Staatlichen Akademie der
Bildenden Künste in Karlsruhe und spezialisiert sich im Bereich Bildhauerei.

Dichte, Spannung, Kompression, Aufhängung sind die Schlüsselwörter in Jules Andrieus Arbeiten, und dies seit seinen Anfängen. Die Physik und die Quantenkunst sowie metaphysische Fragen nach der Stellung des Künstlers in der aktuellen Gesellschaft und nach Selbsterkenntnis inspirieren seine Werke. In seiner im Herbst 2015 begonnenen Serie Tensions primaires, Poésies-Densités bearbeitet er Natursteine, um ihre verschiedenen Aggregatzustände und die Geschichte der Materie, ihre Wunden und ihre Heilung zu spüren und um die Sprache und die unterschiedlichen Formen der Dichte an sich zu verstehen.

2016, nimmt er unter anderem an der Ausstellung Grenzen überschreiten / Au-delà des frontières Kunstvereins e.V. in Ladenburg (Deutschland) und an der 19. Ausgabe des Skulpturenparks der Stadt Mörfelden-Walldorf (Deutschland) teil. Im gleichen Jahr, ist der Künstler ebenfalls Finalist im Bereich Skulptur bei der 10. Ausgabe des Preises Arte Laguna in Venedig mit seinem Werk Primäre Spannungen, (Ge)Dichte II, bestehend aus einem Granitblock, auf den 3 Spanngurte eine enorme Kraft ausüben, die der Stein dank seiner Dichte absorbiert.