In Koproduktion mit Quatre 4.0 / L’Ososphère

Künstlerische Leitung: Thierry Danet

Wasser, ein universelles und unendliches Thema, ist eine Inspirationsquelle für viele Künstler:innen, ob sie nun eher klassisch oder eher experimentell arbeiten. Im Rahmen eines Residenzprojekts in Partnerschaft mit der Region Grand Est schuf Étienne Rey Turbulences, eine immersive, sensorische und grandiose in-situ-Installation. Es bildet eine universelle poetische Erfahrung nach – die des Sich-Hingebens an die Kontemplation des Lichtspiels  auf dem Wasser.
Im Aufeinandertreffen dieser Elemente werden in diesem Werk die digitale Schrift und die Maschinerie beschworen, die Wahrnehmung des Betrachters wird destabilisiert – wie es oft in den Werken des Künstlers der Fall ist.

Digitale Kunst ist ein Begriff, der eine Vielzahl von Praktiken umfasst, von Installationen, Videoarbeiten, der Verwendung von audiovisuellem Material bis hin zum Mapping. So schien es damals natürlich, andere internationale Künstler:innen einzuladen und eine Reihe von Werken zu präsentieren, um Fragen des Fließenden, von Flüssigkeit und Plastizität, mit ausgefeilten technologischen Mitteln zu erforschen und auf diese Weise Wasser zu hinterfragen!

Herman Kolgen löscht das Gedächtnis durch den Kontakt mit Wasser in einer großen Installation aus Fotografien und Becken, Stéphane Kozik verhilft der wässrigen Materie zu Lebendigkeit, indem er sie in einem Becken zum Grollen und Kochen bringt.
Pe Lang bietet eine akribische Anordnung von Wasserkugeln, die an laborartige Kälte heranreicht, während Laurent Pernot es ermöglicht, das Meer in einer Hand zu halten.
Die Projektionen oder Filme von Joanie Lemercier, Jacques Perconte, Gaëtan Robillard und Pierce Warnecke tauchen in generative oder geometrische Seen- oder Berglandschaften ein, während Urbrain und Tristan Ménez die Art des Schwebens in klanglichen und immersiven Umgebungen formen.

Datenbanken, Algorithmen, Beugungsmuster und der Einsatz von Stroboskopie sind die Werkzeuge oder Methoden, die von den hier versammelten Künstler:innen und Kreativen verwendet werden. Die Pixel werden zu Farbe, die Wellen werden geformt, die Lichtreflexionen auf dem Wasser verstärkt und wir werden in eine hypnotische und faszinierende Welt entführt.

Über seine symbolische Bedeutung hinaus wird Wasser hier manchmal als Beschleuniger des Erzählten eingesetzt, aber auch wegen seiner plastischen Möglichkeiten befragt, ja sogar als eigenständiger Bestandteil des Systems gesehen. Im Wasser wird das Digitale auf seine Turbulenzen und Verdunstungen, seine Strömungen und Stillstände hin untersucht. Es spielt mit dem Prozess der Welle wie mit dem des Tropfnens, um einen Spiegel mit zwei Gesichtern zu spannen, inspiriert von diesem unendlichen Potenzial, das zum Greifen nah ist.
Die Künstler:innen bieten hier einen fließenden Chorgesang zwischen Digitalem und Wasser.

 

Künstler:innen : Herman Kolgen, Stéphane Kozik, Pe Lang, Joanie Lemercier, Tristan Ménez, Jacques Perconte, Laurent Pernot, Étienne Rey, Gaëtan Robillard, Urbrain, Pierce Warnecke, Wilfried Wendling (für die Klanggestaltung des Werks Turbulences).

Presseunterlagen hier herunterladen: dossier de presse / press kit.

Foto-Credits: Étienne Rey, Turbulences, 2018. © ADAGP Étienne Rey, Paris, 2018. Mit der Klangkomposition von Wilfried Wendling.