Baptiste Rémy

Baptiste Remy, geboren 1994 in Laon, Absolvent der Hochschule für Bildende Künste Metz (2018) und derzeit im Masterstudium, konzentriert sich in seiner Forschung auf heterochrone Rituale und auf deren gestische Übersetzungen.

Unermüdlich nach Zwischenzeiten im Spannungsfeld von Ritual und wissenschaftlicher Ikonografie suchend, erschließt Baptiste Remy mit seinen Experimenten neue, zu überschreitende Schwellen. Seine Suche, die sich auf die Schauplätze unserer Erinnerungen und auf die Choreografien unseres intimen Lebens konzentriert, bildet ein Labor der Realität, das neue Wege der Zeiterfahrung und Zeitgestaltung eröffnet. Seine ephemeren Experimente bieten einen privilegierten Raum, um unsere sensiblen Zonen als Widerstands-Akte gegen das Verschwinden unserer introspektiven Räume zu identifizieren.

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Sein Projekt

» Meine Forschung im Rahmen der Kunstart-Residenz konzentriert sich auf die Wirkung von Wasser auf geologischen Skalen. Seit 4,4 Milliarden Jahren prägt Wasser unsere terrestrischen Umgebungen. Doch im Anthropozän und durch den massiven Einfluss der Menschheit auf die geologische Landschaft verändern und verschwinden diese aquatischen Lebensräume schneller, als wir es begreifen können. Meine Untersuchung hinterfragt daher die Möglichkeiten, diese aquatische Zeitskala weiterhin als zentralen Aspekt der Klimaherausforderungen unseres Jahrhunderts zu betrachten. Indem ich mich auf Alternativen konzentriere, in denen die Menschheit imitierte und reproduzierte Umgebungen bestaunt (wie beispielsweise den Park Tropical Islands in Deutschland), offenbart sich eine von Ironie durchzogene Realität: Kultur verdrängt allmählich die Natur, und ein fragwürdiges Bild der Tropen existiert parallel zum fortschreitenden Verschwinden der Malediven. Im Rahmen dieser Residenz nutze ich verschiedene Methoden für meine Forschung, wie generatives Zeichnen und das Abhören von Wasserströmungen mithilfe von Unterwassermikrofonen. Diese Methoden ermöglichen es mir, die Veränderungen spontan zu modellieren und zu dokumentieren. Mein Fokus liegt auf Phänomenen, die sich auf einzigartige Weise nicht reproduzieren lassen. «